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Jun 1, 2026
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Seit 15 Jahren buchen Berliner:innen Taxis per App über Freenow by Lyft. Interne Daten zeigen, wie sich die Mobilität der Hauptstadt verändert hat.

Hamburg/Berlin, 01.06.2026 - Das Berliner Taxigewerbe hat sich in den vergangenen 15 Jahren fast vollständig digitalisiert. Mittlerweile sind knapp 90% der in der Hauptstadt zugelassenen Taxis über Freenow by Lyft buchbar. Anlässlich des 15-jährigen Jubiläums der damals ersten digitalen Taxi-App in Berlin (2011 als mytaxi gestartet) zeigen interne Unternehmensdaten, wie radikal sich das Mobilitätsverhalten und die Stadtstruktur seitdem verändert haben.

Der Markt steht aktuell unter erheblichem regulatorischen Druck. Um das Taxigewerbe vor dem wirtschaftlichen Kollaps zu schützen, verhängte der Berliner Senat erst im Februar 2026 einen einjährigen Genehmigungsstopp für neue Taxilizenzen. Ein wichtiger Hebel im Wettbewerb war zudem die Ende 2024 eingeführte Möglichkeit von Festpreisen für vorbestellte Fahrten. Dennoch sieht Freenow by Lyft dringenden politischen Handlungsbedarf, um faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber dem taxiähnlichen Mietwagen herzustellen.

„Der Berliner Markt leidet unter einem massiv verzerrten Wettbewerb. Es ist höchste Zeit, dieses Problem anzugehen – und zwar durch die Einführung von Mindestbeförderungsentgelten für Mietwagen auch in der größten Stadt Deutschlands, um das ruinöse Preisdumping zu stoppen“, fordert Alexander Mönch, President Freenow Deutschland & Österreich. „München und Köln liefern hierfür die Blaupause. Das allein wird aber nicht reichen: Wir müssen parallel eine grundlegende Reform des Personenbeförderungsgesetzes vorbereiten. Es gibt hier mehrere Baustellen, die wir anpacken sollten, um endlich faire und zukunftsfähige Rahmenbedingungen für alle Marktteilnehmer zu schaffen.“

Das Ende der Bargeld-Ära und der „Tegel-Effekt“

Die Auswertung des Datensatzes dokumentiert das Ende traditioneller Gewohnheiten in der Hauptstadt. Die wohl größte Verhaltensänderung betrifft das Bezahlen: Mittlerweile werden 90 Prozent aller Fahrten bargeldlos über das Smartphone abgewickelt.

Zudem spiegeln die Daten städtebauliche Großprojekte wider. Mit der Schließung des Flughafens Tegel und der Eröffnung des BER verschob sich das Nachfragegeschehen bei den Flughafenfahrten schlagartig vom Bezirk Reinickendorf an den südöstlichen Stadtrand Richtung Schönefeld. Unverändert geblieben ist das Epizentrum: Berlin-Mitte ist seit der ersten Fahrt das wichtigste Startgebiet. Unter den Sehenswürdigkeiten ist der Alexanderplatz das häufigste Ziel, gefolgt vom Potsdamer Platz und dem Brandenburger Tor. Ein starker Nachfrageanstieg zeigt sich in den letzten Jahren zudem in Pankow, Charlottenburg und Kreuzberg.

Alltagsmobilität und Rekordfahrten in Zahlen

Insgesamt wurden in den vergangenen 15 Jahren über 165 Millionen Kilometer mit der App in Berlin zurückgelegt. Die durchschnittliche Fahrtstrecke liegt bei rund sieben Kilometern. Die Wartezeit bis zur Abholung liegt im Schnitt bei weit unter drei Minuten - bundesweit Bestzeit. Während drei Viertel aller Fahrten auf die Werktage entfallen, zeigt sich am Wochenende eine klare Konzentration auf die Nachtstunden: Der Nachfrage-Peak liegt stabil zwischen 23:00 und 0:00 Uhr.

Auch das Thema Nachhaltigkeit gewinnt an Bedeutung: Die Zahl der rein elektrischen Fahrten stieg über die Jahre auf rund 65.000 an. Daneben listet der Datensatz der vergangenen 15 Jahre auch statistische Extremwerte auf:

  • Die Weiteste: Die längste Fahrt führte über 400 Kilometer von Berlin nach Bremen (Fahrpreis: 889,79 Euro).

  • Die Spendabelsten: Im Jahr 2024 wurde sechsmal ein Trinkgeld von glatten 100 Euro für eine einzelne Fahrt vergeben.

  • Die Konstante: Seit dem Start im Jahr 2011 sind nach wie vor 473 Fahrerinnen und Fahrer der ersten Stunde aktiv auf der Plattform unterwegs.

„Berlin ist für uns aufgrund seiner schieren Größe und Dynamik ein absolut zentraler Markt. Hier zeigt sich wie in kaum einer anderen Metropole, wie unverzichtbar das Taxi als verlässliche Säule im Stadtverkehr ist. Wir sehen es als unsere Aufgabe, diese bewährte Stärke mit unserer digitalen Plattform optimal für die Berliner zu erschließen“, erklärt Amber Krake, Head of Operations Freenow Deutschland & Österreich.

Für die Zukunft stellt sich das Gewerbe auf eine weitere Transformation ein. Neben dem Ausbau der Elektromobilität und digitaler Steuerung stehen perspektivisch auch autonome Mobilitätsangebote im Fokus für den urbanen Verkehr der Hauptstadt.

15 Jahre Taxi per App: Daten zeigen Strukturwandel in der Berliner Mobilität | Freenow